Aktuelle Forschungstätigkeiten

  • Mit Thomas Zabka untersuche ich, wie zwei Abituraufsätze von 18 Lehrkräften samt Erwartungshorizont korrigiert und bewertet wurden. Mit den Lehrkräften wurden darüber hinaus Interviews u. a. über ihre Interpretationskonzepte geführt. Diese Daten bringen wir zueinander in Beziehung. Die Daten erhob Fabian Wiez. Er kodierte auch die Interviews und analysierte sie.
  • Ich arbeite an meinen Beiträgen für den Fachtag Deutsch in Jena: Keynote „Literarisches Lernen mit Comics und Graphic Novels: Lektüren zwischen Zugänglichkeit und Ästhetik“ und Workshop „Diversität und Heterogenität als Schlüsselkonzepte aktueller Literaturdidaktik: Schlaglichter für die Unterrichtspraxis“.
  • Mit Irene Pieper, Daniel Scherf, Nora Kernen und Simone Depner reanalysiere ich Daten aus dem TAMoLi-Projekt. Lassen sich Unterschiede im Literaturunterricht zwischen den verschiedenen Schulformen auf der Ebene der Oberflächenstrukturen finden? Dieser quantifizierende Zugriff auf die Oberflächenstrukturen wird qualitativ und im Blick auf Tiefenstrukturen präzisiert, indem wir potentiell kontrastive Sequenzen identifizieren, für die wir anschließend rekonstruieren, wie Schüler:innen im „literaturbezogene[n] Austausch […]“ als „Partner-to-be [erscheinen]“ und damit in Interpretationsgemeinschaften enkulturiert oder davon ausgeschlossen werden (Pieper 2023, 11) – beispielsweise durch kommunikative Strukturen, die Partizipation und Dialogizität ermöglichen resp. begrenzen. Weiterhin wird die (Nicht-)Evokation von Bridging Experiences (Krugman 1966) in den Blick genommen.
  • Mit Daniel Scherf und Michael Steinmetz führe ich die GeföLit-Studien fort.
  • Mit Daniel Scherf erhebe ich Einstellungen Studierender u. a. zu Klassismus.
  • Mit Dorothee Wieser, Jochen Heins und Daniel Scherf untersuche ich 171 Prä-Post-Paare didaktischer Analysen von Studierenden.
  • Mit Christel Meier, Julia Sander und Daniel Scherf konstruiere ich (weitere) Test-Units, um literarisches Verstehen und die Fähigkeit zur didaktischen Analyse zueinander in Beziehung zu setzen.
  • Mit Michael Tengberg, Irene Pieper, Daniel Scherf, Julia Sander, Maritha Johansson, Margrethe Sonneland, Arild Michel Bakken, Aslaug Fodstad Gourvennec und Christel Meier arbeite ich an einem standardisierten Test, der literarisches Verstehen misst.
  • Mit Jeroen Dera und Heidi Höglund gebe ich den Routledge-Band Literature Education Worldwide heraus. Autor*innen aus 31 Ländern beantworten bezüglich ihres Landes die Fragen: 1. What are the dominant aims and approaches to literature in the curriculum? 2. How do research and classroom practice inform one another? 3. And what are the current challenges and directions in the field?
  • Mit Iris Winkler, Irene Pieper und Daniel Scherf beantworte ich diese Fragen für Deutschland.
  • Ich arbeite an meinem Beitrag über Werke von Birgit Weyhe zur Tagung/zum Band „Hegemoniekritik“, organisiert von Sebastian Bernhardt.
  • Ich gebe die kjl&m 26.4 mit dem Titel Kinder- und Jugendliteratur für literarisch unerfahrene Leser*innen. Lektüre zwischen Zugänglichkeit und Ästhetik heraus.
  • Mit Silke Kubik finalisiere ich die Verschriftlichung unseres Vortrags „Bedeutungszuschreibung in literarischen Unterrichtsgesprächen – über mögliche Schwellenkonzepte“.
  • Mit Sebastian Bernhardt und Christina Wietig finalisiere ich die Verschriftlichung unseres Vortrags „Deutungsgespräche im Vergleich. Peer-Austausch und KI-Interaktion über Lyrik“.
  • Mit Martina von Heynitz, Michael Steinmetz und Daniel Scherf gebe ich den Band Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Literaturunterricht der Sekundarstufe I neu denken heraus.
  • Ich arbeite an einem Leseräume-Beitrag auf Basis von Korpusanalysen deutschdidaktischer Open-Access-Publikationen.

ARLE SIG RoLE Research Seminar in Krakow 2027

KRAKOW 2027
CALL FOR PAPERS (ABSTRACT SUBMISSION DEADLINE: OCTOBER 1, 2026)


SIG ROLE Seminar,
Wednesday, June 16 – Friday, June 18, 2027.
Jagiellonian University, Kraków, https://en.uj.edu.pl/en

The Changing Role of Literature in Contemporary Schooling

The role of literature in school education is undergoing a profound transformation. Rapid civilisational change, shifting generational needs, and evolving reading competencies are all reshaping this landscape. A move away from the traditional literary canon, together with the mass production of low-quality young adult and new adult fiction—often generated by artificial intelligence—has prompted renewed reflection on literature itself. As a result, teachers face an increasing number of dilemmas when selecting texts to read and interpret in the classroom.

At the same time, a multimedia environment saturated with competing stimuli means that educators must seek new strategies to motivate young people to read. How can we identify students’ reading needs and difficulties? How can we awaken their appetite for reading and counteract indifference—or even aversion—to books?

Above all, the conference invites reflection on the contemporary purposes, functions, and requirements of shared reading and literary interpretation in schools. What role can literature play at a moment when many young people experience fear, instability, and a decline of social trust?

How might literature education need to be refined in response to new societal developments for literature to continue serving such important purposes as expanding experience by prompting reflection and emotional engagement (Martha Nussbaum) and functioning as a “moral laboratory” (Frank Hakemulder)? And to what extent must the aims of literary education be aligned with broader philosophical and educational goals?

We invite scholars, researchers and teachers to explore these questions and contribute to a multifaceted discussion on the value and future of school-based literary education.

Suggested Topics

Topics may include, but are not limited to:

Teaching the Pleasure of Reading: today’s strategies for cultivating joy in reading; sources of inspiration for engaging young readers; factors that support effective motivation.

The Formative Function of Literature: literature’s potential for shaping attitudes, developing competencies, and helping students confront life challenges.

Preserving the Literary Canon: contemporary approaches to maintaining the presence and relevance of classical texts in school curricula. How can the canon be updated while still maintaining literary quality?

Selecting High-Quality Literature on Difficult Topics: challenges teachers face; recommended books; criteria and methods for responsible text selection.

Reading and Cognitive Development: the extent to which reading influences and strengthens cognitive abilities.

Innovative Didactics of School Reading: proven classroom practices; new forms of literary engagement; didactic experiments worth sharing.

Encouraging Students to Read Poetry: opportunities that arise from grappling with the difficulties in interpreting poetry; viewing challenge as a developmental factor enhancing inter- and intrapersonal skills.

Training Teachers of Literature: How to educate and support teachers so they can foster authentic encounters with books among young people?

Abstracts (250 words) should be submitted before October 1, 2026, through the SIG seminar’s e-mail address: sigrole2027@uj.edu.pl. The seminar is organized in cooperation with the Special Interest Group Research on Literature Education (SIG ROLE) within The International Association for Research in L1 Education (ARLE).

This event is organized by Katedra Polonistycznej Edukacji Nauczycielskiej, Centrum Badań Edukacyjnych i Kształcenia Ustawicznego, Wydział Polonistyki, Uniwersytet Jagielloński (Faculty of Polish Studies, Jagiellonian University)

Organizing Committee

Prof. dr hab. Anna Janus-Sitarz (chair)
Prof. dr hab. Witold Bobiński
Dr hab. Krzysztof Biedrzycki, prof. UJ
Dr Agnieszka Kania
Dr Agnieszka Handzel
Dr Klaudia Mucha-Iwaniczko (secretary)

Emails regarding the event can be sent to sigrole2027@uj.edu.pl.

Recherche-Tool

Ich habe ein Open-Access-Recherche-Tool programmiert, das Sie hier finden. Es handelt sich um eine Volltext-Suche und ein Zitationsnetzwerk für deutschdidaktische Beiträge.

Verabschiedung Thomas Zabkas

Hier ist mein Vortrag.

Sektion auf dem SDD 2026 in Halle

Sektion 16: Literarästhetisches Lernen in Zeiten gesellschaftlich-technologischer Umbrüche. Empirische und konzeptionelle Forschung der Literaturdidaktik

Sektionsleitung:
Sebastian Bernhardt, Universität Münster, sbernhar@uni-muenster.de
Marco Magirius, Universität Erfurt, marco.magirius@uni-erfurt.de

Beschreibung:
Gesellschaftliche Umbrüche und technische Entwicklungen betreffen in besonderer Weise den Literaturunterricht sowie das literarische Lernen (Spinner, 2006) und die literarische Erfahrung (Lösener & Vellusig, 2024) als Zieldimensionen des Literaturunterrichts. Die Entwicklungen auf dem Feld der AI, aber auch auf Social Media, stehen exemplarisch dafür, dass sich die Rezeptionsgewohnheiten von Kindern, jugendlichen und jungen Erwachsenen stark verändern und damit auch Neuaushandlungen von Fragen ästhetischer Erfahrung, von literarischer Sozialisation, kurzum von Erziehung zur und durch Literatur, notwendig machen (Zabka et al., 2022, Fritzsche, 1994). Die Sektion möchte literaturdidaktischer Forschung in ihrer ganzen Breite eine Bühne bieten, die zur empirischen Rekonstruktion und konzeptionellen Modellierung literarischer Lehr-Lern-Prozesse unter den gegenwärtigen und womöglich zukünftigen Bedingungen beiträgt. Leitend ist dabei ein integrativer Ansatz, der versucht, verschiedene didaktische Perspektiven zu fokussieren und zueinander ins Verhältnis zu setzen, um die Praxis des Literaturunterrichts als komplexes Geschehen mit unterschiedlichen Akteur:innen und damit verbundenen Relevanzen in den Blick zu nehmen.

Die Beiträge können dabei alle Eckpunkte des didaktischen Dreiecks fokussieren: 1. Literarische Gegenstände: Wie verändert eine Erweiterung des Textbegriffs – etwa hin zur Multimodalität –, eine veränderte Gegenstandsauswahl – etwa hin zu vereinfachten Lektüren – und die ständige Verfügbarkeit Künstlicher Intelligenz literarische Erwerbsprozesse in der Schule oder an der Universität? 2. Lernende: Wie reagiert die Literaturdidaktik auf die zunehmende Heterogenisierung der Lerngruppen? Welche Befunde zu Passungsverhältnissen zwischen Gegenständen und Rezipient:innen liegen vor? Wie kann Schüler:innen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen literarisches Lernen und literarische Erfahrung ermöglicht werden? 3. Lehrende: Wie kann man (angehende) Lehrkräfte auf die genannten Transformationsdynamiken vorbereiten? Verändern sich ihre Ziele von Literaturunterricht? Welche diesbezüglichen Einstellungen bringen sie mit und wie wirken sich diese einerseits auf Professionalisierungs- und andererseits auf schulische Lehr-Lern-Prozesse aus? Welche Fähigkeiten sind im Studium auszubilden, um Schüler:innen eine Erziehung durch Literatur ebenso wie eine Erziehung zur Literatur zu ermöglichen? Wie gestaltet sich heute ein dem literarischen Lernen und der literarischen Erfahrung zuträgliches professionelles Handeln von Lehrpersonen? Das in den empirischen Beiträgen untersuchte Material kann von Unterrichtsgesprächen, Lehrmaterial bis hin zu Interviews etc. reichen. Methodisch sind qualitative ebenso wie quantitative Zugriffe möglich.
Auch rein konzeptionelle Beiträge sind erwünscht, wenn sie Theoriearbeit betreiben und über die Analyse literarischer Gegenstände hinausreichen.

Literatur:
Fritzsche, J. (1994). Zur Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts (Bd. 3). Umgang mit Literatur. Klett.
Lösener, H. & Vellusig, R. (2024). Literarische Erfahrung. Reclam.
Spinner, K. H. (2006). Literarisches Lernen. Praxis Deutsch, 33(200), 6–16.
Zabka, Th., Winkler, I., Wieser, D. & Pieper, I. (2022). Studienbuch Literaturunterricht. Unterrichtspraxis analysieren, reflektieren und gestalten. Klett Kallmeyer.